KZ-Gedenkstätte Moringen

Mitten in der südniedersächsischen Kleinstadt Moringen bestanden zwischen 1933 und 1945 drei Konzentrationslager.

Moringen (ist) aufgrund seiner besonderen Geschichte ein Erinnerungsort mit exem- plarischem Charakter und von nationalem Rang. (F. Heiligenstadt)
Ich kann nur bewundern, dass sich heut´ junge Menschen dafür interessieren, was mit uns jungen Menschen damals geschehen ist. (K. Schindler)

In der KZ-Gedenkstätte Moringen arbeiten jugendliche Freiwillige gemeinsam mit ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen.

 

 

Wir nehmen uns Zeit, Ihren Besuch der Gedenk-stätte individuell zu planen. Gern beraten wir Sie auch über unsere ortsungebundenen Angebote.

Ich schätze besonders die engagierte Arbeit der Gedenkstätte mit Jugendlichen, um die Erinnerung an diesen Ort der Unterdrückung wachzuhalten. (S. Karnehm-Wolf)

Unser Archiv steht ehemaligen Häftlingen, Schülern und Forschenden offen. Eine
Datenbank erleichtert uns den Zugriff.

Anfragen von Angehörigen ehemaliger Häftlinge nehmen stetig zu. Schicksalsklärung ist ein wichtiges Feld unserer Arbeit. (D. Sedlaczek)

Neuigkeiten und Veranstaltungen

 

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#MoMemorial

Warum erinnerst Du?
Ein Projekt der Freiwilligen in der Gedenkstätte

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Freitag, 21. September 2018, 16 Uhr

Öffentliche Führung zu Zeuginnen Jehovas im Frauen-KZ Moringen

Mit Jakob Fesca (Bitte anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Zu den im Nationalsozialismus verfolgten Opfergruppen gehören auch die Zeugen Jehovas. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugung lehnten sie den Herrschaftsanspruch des nationalsozialistischen Staates ab. Trotz vieler Einschüchterungsversuche hielten die Zeugen Jehovas unbeeindruckt an ihren Glaubensgrundsätzen fest. Da sie keinem weltlichen „Heilbringer“ die Ehre erweisen wollten, verweigerten sie den Hitler-Gruß. Unter Berufung auf das christliche Gebot „Du sollst nicht töten“ verweigerten sie darüber hinaus den Kriegsdienst und die Arbeit in Rüstungsbetrieben. 10.000 von ihnen wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt. Im Frauen-KZ Moringen waren die Zeuginnen Jehovas die größte Häftlingsgruppe. Welche Hafterfahrungen machten die Zeuginnen Jehovas in Moringen? Wie sah der Alltag der Häftlinge aus? Was geschah mit den Zeuginnen Jehovas nach der Auflösung des Frauen-KZ im Jahr 1938, als viele von ihnen in das KZ-Lichtenburg und von dort später in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden? Und was folgte nach der Befreiung und dem Ende der NS-Herrschaft?

 

 

Samstag, 20. Oktober 2018, 15 Uhr

Öffentliche Führung zu den Moringer Konzentrationslagern

Mit Mattis Binner (Bitte anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Die Kleinstadt Moringen war zwischen 1933 und 1945 Standort von drei nacheinander bestehenden nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Im April 1933 wurde in den Gebäuden des Landeswerkhauses Moringen eines der ersten KZ in Deutschland eingerichtet. Anfangs für männliche politische Gegner des Regimes gedacht, entwickelte sich aus einer kleinen Schutzhaftabteilung für Frauen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Es endete 1938 mit der Deportation der Frauen in andere KZ. 1940 wurde in den Gebäuden ein Konzentrationslager für minderjährige männliche Jugendliche eingerichtet. Die Führung wird die Geschichte der drei Lager und ihrer Opfer thematisieren. Sie führt durch die neue Ausstellung und Präsentation zur Ankunft der Häftlinge in der ehemaligen Kommandantur und endet mit einem Besuch des Gräberfeldes für die Opfer des Jugend-KZ auf dem Moringer Friedhof. Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms Kulturbonus vom Landschaftsverband Südniedersachsen.

 

 

Freitag, 26. Oktober 2018, 16 Uhr

Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.

Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

 

Treffen der Generationen

Die Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V. veranstaltet ein Treffen der Generationen für ehemalige Häftlinge und ihre Angehörigen.

Der Verein wurde 1989 von ehemaligen Häftlingen und engagierten Bürger*innen gegründet. Seine Aufgabe ist die Interessenvertretung der ehemaligen Häftlinge sowie die Vermittlung der Geschichte der Moringer Konzentrationslager und ihrer Häftlinge im Rahmen einer Gedenkstätte. Wir möchten die Idee der Lagergemeinschaft weitertragen und mit den Angehörigen der ehemaligen Häftlinge Kontakt aufnehmen, um auch ihnen die Möglichkeit zu bieten, über ihre Erfahrungen mit der Geschichte ihrer Familie zu sprechen, sich mit anderen Angehörigen ehemaliger Häftlinge zu treffen und gemeinsam zu überlegen, wie die Erinnerung zukünftig aufrechterhalten und weitergetragen werden kann. Im Rahmen dieses Treffens werden drei öffentliche Veranstaltungen angeboten:

 

Freitag, 26. Oktober 2018, 19 Uhr

Öffentliche Podiumsdiskussion mit Mitgliedern der zweiten und dritten Generation ehemaliger Häftlinge der Moringer Konzentrationslager.

Ort: Ehemalige Kommandantur, Lange Straße 32, Moringen

Manchmal waren es Kleinigkeiten wie das Stück Brot, das immer in der Schublade im Nachttisch liegen musste. Manchmal war es ein lebenslanges Engagement in Politik, Kirche oder sozialen Institutionen. Manchmal war es auch einfach Schweigen. – So individuell wie die Verfolgungsgeschichten waren auch die Strategien der ehemaligen Häftlinge, um mit den Erinnerungen an ihre Leidenszeit in den Moringer Konzentrationslagern weiterleben zu können. In der von Dr. Dietmar Sedlaczek geleiteten Diskussion mit Nachfahren ehemaliger Häftlinge geht es um die Frage, welchen Einfluss diese Erfahrungen auf das Leben und die Geschichte ihrer Familie hatten. Was bedeutet diese Zeit für ihr Selbstverständnis und ihr eigenes Handeln?

 

Samastag, 27. Oktober 2018, 11 Uhr

Öffentliche Aufführung „Die Besserung“ – Theaterstück zum Jugend-KZ Moringen

„stille hunde theaterproduktionen“

Ort: Ehemalige Kommandantur, Lange Straße 32, Moringen

Im Mittelpunkt des Klassenzimmerstücks „Die Besserung“ steht das Leben des vierzehnjährigen Franz, der 1942 bei den NS-Jugendbehörden als „Herumtreiber“ und „Pubertätsversager“ aktenkundig wird und nach zwei Fluchtversuchen aus dem Jugendheim in das Jugend-KZ Moringen überstellt wird. Die Geschichte des Häftlings Franz ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der zwei Söhne sich über das aus Scham von ihren Vätern lange verschwiegene Geheimnis der KZ-Haft austauschen. Mühsam tragen sie das Wissen über die Geschichte des Jugend-KZ zusammen, über das sie von ihren Vätern nichts erfahren hatten. Die Besserung“ wurde gemeinsam mit „stille hunde theaterproduktionen“ entwickelt. Der Autor des Stücks ist Stefan Dehler.

 

Samstag, 27. Oktober 2018, 14.30 – 16.30 Uhr

Öffentlicher Rundgang über das Gelände der ehemaligen Konzentrationslager gemeinsam mit Angehörigen ehemaliger Häftlinge

Treffpunkt: Ehemalige Kommandantur, Lange Straße 32, Moringen

Beim Rundgang über das Gelände der ehemaligen Konzentrationslager werden die Geschichte und Ausgestaltung der Lager thematisiert. Ereignisse und Stationen aus den Erzählungen ehemaliger Häftlinge zu den Lagern können von den Angehörigen der ehemaligen Häftlinge mit dem historischen Ort verbunden werden. Es wird ein Überblick über die Geschichte der Gebäude und Institutionen vom Waisenhaus bis zum heutigen Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen vermittelt.

Im Anschluss findet eine Kranzniederlegung in Gedenken an die Opfer der Moringer Konzentrationslager an der Gedenktafel (Lange Str. 32) statt.

 

 

Freitag, 9. November 2018, 14.00 Uhr

Führung zum jüdischen Leben in Moringen

Mit Uwe Reinecke (Bitte anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen

In diesem Jahr jähren sich die antijüdischen Pogrome vom 9. November zum 80. Mal. 1938 existierte die jüdische Gemeinde Moringens bereits nicht mehr. Wie kam es dazu? Und was war das Schicksal der Moringer Juden im Nationalsozialismus? Zahlreiche Gebäude erzählen vom vielfältigen jüdischen Leben der Stadt. Es fand seine erste urkundliche Erwähnung im Amt Moringen im Jahr 1577, seitdem war es ein reichhaltiger Bestandteil der städtischen Gemeinschaft. Mit der Nazizeit fand dieser Teil des Moringer Alltags ein jähes Ende. Der historische Rundgang beginnt bei der 1971 abgerissenen Moringer Schule, die bis 1921 über eine einklassige jüdische Volksschule verfügte. Weitere Stationen sind Wohn- und Geschäftshäuser ehemaliger jüdischer Bürger und die 1838 errichtete Synagoge. Den Abschluss des Rundgangs bildet der jüdische Friedhof am Hagenberg, auf dem zwischen 1756 und 1934 die jüdischen Bürger Moringens beerdigt wurden.
Der Rundgang wird etwa zwei Stunden dauern.
Männliche Teilnehmer werden gebeten für den Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

 

 

Dienstag, 20. Dezember 2018

Szenische Lesung „Lerne mit dem Herzen zu denken – Zwei kurze Leben im Widerstand“

Mit Dr. Frauke Geyken und Johanna Kunze Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen

(Nicht öffentliche Schullesung)

Was ist Widerstand, wo beginnt er und wie wird er im Nachkriegsdeutschland bewertet? Warum wird aus einer Person ein Vorbild und Idol und aus der anderen nicht? Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek engagieren sich beide im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Beide produzieren und verteilen systemkritische Flugblätter. Beide werden dafür verhaftet und kurz nacheinander hingerichtet. Doch nach dem Krieg wird Sophie Scholl zum Synonym für couragierten Widerstand und Cato Bontjes van Beek wird als Mitglied der sog. „Roten Kapelle“, deren Mitglieder auch im Moringer Jugend-KZ inhaftiert waren, sogar die Anerkennung als Opfer des NS-Staates verwehrt. Erst 1958, nach langen juristischen Auseinandersetzungen mit dem Land Niedersachsen, wurde ihr dieser Status zuerkannt. Die szenische Lesung stellt die Biografien der jungen Frauen nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht erlittenes Unrecht würdigte, sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.

 

 

Freitag, 1. Februar 2019, 15.00 Uhr

Von der Demokratie zur Diktatur – Das Männer-KZ Moringen

Mit Hans Helms (Bitte Anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Am 11. April 1933 richteten die Nationalsozialisten in Moringen ein Konzentrationslager ein. Es gehörte zu den ersten Repressionsinstrumenten der sich etablierenden NS-Diktatur. Bei den Häftlingen handelte es sich um Männer aus der Arbeiterbewegung und der politischen Linken. Sie stammten aus dem Norddeutschen Raum, viele auch aus der Region zwischen Leine und Harz, u.a. aus Uslar, Hann.Münden, Hilwartshausen, Goslar, Bad Lauterberg, Osterode und Göttingen. Bis zum Sommer 1933 kamen die Wachmannschaften aus der Polizei, dann wurden sie von der SS abgelöst. Im Juni 1933 traten Häftlinge in einen Hungerstreik. Damit wollten sie nicht nur gegen die Bedingungen der Haft demonstrieren, sondern auch auf die Gesetzlosigkeit der Haft selbst hinweisen und zugleich ein rechtstaatliches Verfahren anmahnen. Zum Ende des Jahres 1933 wurden die Häftlinge in Polizeiaufsicht entlassen oder in andere Konzentrationslager überstellt. Auch nach dem Ende ihrer Haft haben sich viele von ihnen nicht einschüchtern lassen und zurückgezogen, sondern sind weiter politisch aktiv geblieben und entsprechend wiederholt Opfer von Verfolgung und Haft geworden, einige auch über 1945 hinaus. Zu den Besonderheiten des frühen KZ Moringen gehört auch, dass es eine Schutzhaftabteilung für Frauen gab, aus der im Oktober 1933 das Frauen-KZ Moringen hervorging.

 

 

 

Neue Ausstellung und Präsentation

Präsentation und Ausstellung zur Ankunft der Häftlinge und Einführung in die Geschichte der Moringer Konzentrationslager