KZ-Gedenkstätte Moringen

Mitten in der südniedersächsischen Kleinstadt Moringen bestanden zwischen 1933 und 1945 drei Konzentrationslager.

Moringen (ist) aufgrund seiner besonderen Geschichte ein Erinnerungsort mit exem- plarischem Charakter und von nationalem Rang. (F. Heiligenstadt)
Ich kann nur bewundern, dass sich heut´ junge Menschen dafür interessieren, was mit uns jungen Menschen damals geschehen ist. (K. Schindler)

In der KZ-Gedenkstätte Moringen arbeiten jugendliche Freiwillige gemeinsam mit ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen.

 

 

Wir nehmen uns Zeit, Ihren Besuch der Gedenk-stätte individuell zu planen. Gern beraten wir Sie auch über unsere ortsungebundenen Angebote.

Ich schätze besonders die engagierte Arbeit der Gedenkstätte mit Jugendlichen, um die Erinnerung an diesen Ort der Unterdrückung wachzuhalten. (S. Karnehm-Wolf)

Unser Archiv steht ehemaligen Häftlingen, Schülern und Forschenden offen. Eine
Datenbank erleichtert uns den Zugriff.

Anfragen von Angehörigen ehemaliger Häftlinge nehmen stetig zu. Schicksalsklärung ist ein wichtiges Feld unserer Arbeit. (D. Sedlaczek)

Veranstaltungen und Neuigkeiten

Wir trauern um Peter Thoel

Traueranzeige der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte

Bundesverdienstkreuz für Helmut Becker

27.4.2016 HNA: Helmut Becker erhält Bundesverdienstkreuz

 

Samstag, 1. Oktober 2016, 10.00 Uhr

8. Erinnerungskonferenz des Netzwerkes Topographie der Erinnerung in Südniedersachsen

Heimat in der Fremde – Zwangsarbeiter, Vertriebene und Flüchtlinge in Deutschland nach 1945

Ort: Goslar, Jugendherberge, Rammelsberger Str. 25, 38644 Goslar

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa und in Deutschland schauen wir zurück in die unmittelbaren Nachkriegsjahre. Europa und Deutschland waren durch den Krieg zerstört. Millionen Menschen befanden sich auf der Flucht, irrten als Verschleppte heimatlos herum, warteten als Kriegsgefangene auf ihre Entlassung. Im Mai 1945 lebten auf dem Gebiet des späteren Niedersachsen etwa 300.000 befreite Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen und Menschen, die aus den Konzentrationslagern befreit worden waren. Hinzu kamen mehr als 1,8 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene, die einen Zuwachs der Wohnbevölkerung um beinahe 50% darstellten. Im Vergleich zur aktuellen Situation stellte jener rasante Bevölkerungszuwachs ein wirkliches Problem dar. In der Nachkriegszeit fehlte es allen an Wohnung, Nahrung, Kleidung und Heizung. Die Bevölkerung musste zusammenrücken und mit den Schutzsuchenden teilen. An den Beispielen Goslar und Moringen zeigen wir, welche Anstrengungen Politik, Verwaltung und Bevölkerung unternahmen, Flüchtlinge und Vertriebene zu versorgen. Während die einen integriert wurden, warteten die anderen auf die Rückkehr in ihre Heimatländer oder die Emigration in ein sicheres Drittland. Dabei waren die Fremden Ressentiments und Vorurteilen sowie bürokratischen Hürden und manchen zwischenmenschlichen Schikanen ausgesetzt. Neben Anfeindungen und Ablehnung erlebten sie aber auch Menschlichkeit.

Um Anmeldung wird bis zum 23. September gebeten.

Verpflegungspauschale: 10 €

Veranstaltet in Kooperation mit dem Verein Spurensuche Harzregion e.V.

Flyer zur Veranstaltung

 

Samstag, 22. Oktober 2016, 15.00 Uhr

Öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen

Mit Hans Helms

(Bitte anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Entlang des ehemaligen KZ-Geländes und durch die ehemalige SS-Kommandantur geht es zum Gräberfeld der jugendlichen KZ-Häftlinge. Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.
Nähere Informationen und Anmeldung: 05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de

 

Freitag, 11. November 2016, 16.00 Uhr

Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.

Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

 

Freitag, 11. November 2016, 18.30 Uhr

Einlass: ab 18.00 Uhr

Vortrag: Das Jugendkonzentrationslager und der spätere Vernichtungsort Uckermark - ein Einblick

Referentinnen: Anja Becker und eine weitere Referentin der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.

Das ehemalige Konzentrationslager für weibliche Jugendliche und der spätere Vernichtungsort Uckermark zählen zu den vergessenen Lagern des Nationalsozialismus. Die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark arbeitet seit über 10 Jahren daran, die Geschichte des Lagers zu erforschen, Kontakt zu Überlebenden zu suchen und zu erhalten und in Abstimmung mit diesen auf dem Gelände einen würdigen Gedenkort zu gestalten, eine antifaschistische Erinnerungskultur zu stärken und staatliche Erinnerungspraxen kritisch zu hinterfragen. Mit ihrem Vortrag wollen die Referentinnen einen Einblick in die Geschichte der beiden Lager geben und die Arbeit der Initiative vorstellen.

Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

 

Samstag, 12. November 2016 und Samstag, 26. November 2016

Busfahrten zu Stätten von Zwangsarbeit im NS im Landkreis Northeim

Mit Günther Siedbürger

Zwangsarbeit von Ausländerinnen und Ausländern während des Zweiten Weltkrieges war das nationalsozialistische Kriegsverbrechen mit dem größten Umfang und der tiefsten Integration in den Alltag der heimischen Bevölkerung. Auf zwei Busfahrten werden Stätten von NS-Zwangsarbeit im heutigen Landkreis Northeim erkundet und ihre historische Dimension sichtbar gemacht. So werden Orte des Alltags erkennbare Zeichen der NS-Geschichte. Der Besuch verschiedener Schauplätze von NS-Zwangsarbeit in der Region wird die Vielfältigkeit des Zwangsarbeitseinsatzes konkret erfahrbar machen, wo die Zwangsarbeitenden das tägliche Bild in Dörfern und Städten prägten und die deutsche Kriegswirtschaft unfreiwillig vor dem Zusammenbruch bewahrten. Mithilfe von Kurzvorträgen und (soweit vorhanden) Fotos und Schriftdokumenten wollen wir uns auf den verschiedenen Stationen der Fahrt Antworten auf die Frage nähern, was Zwangsarbeit von Ausländerinnen und Ausländern im Deutschen Reich wirklich bedeutete. Dies geschieht im unmittelbaren Gegenwartsumfeld dieser historischen Handlungsorte. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Eine Kooperation der KZ-Gedenkstätte Moringen mit dem Ausstellungsprojekt ‚Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945‘.

Die Veranstaltung wird gefördert vom LAP des Landkreises Northeim.

 

Samstag, 12. November 2016, 11.00 Uhr

Fahrt 1:

Östlicher Teil des Landkreises Northeim

Dauer: Fünfeinhalb bis sechs Stunden

Abfahrt: Northeim, Parkplatz Mühlenanger

Kosten: 5 €

Fahrtziele werden voraussichtlich u.a. Northeim, Salzderhelden, Kreiensen, Bad Gandersheim und Echte sein. Inhaltlich wird es u.a. um Zwangsarbeit im Eisenbahnbereich, in der Rüstungsindustrie, im städtischen Handel und in der Landwirtschaft sowie um ein Außenkommando des KZ Buchenwald gehen. In der KZ-Gedenkstätte Moringen wird es eine Gesprächspause mit Kaffee und Kuchen (wird gestellt) geben. An einzelnen Stationen werden eventuell Wege zu Fuß zurückgelegt.

 

Samstag, 26. November 2016, 11.00 Uhr

Fahrt 2:

Westlicher Teil des Landkreises Northeim

Dauer: Fünfeinhalb bis sechs Stunden

Abfahrt: Uslar, Parkplatz Graftplatz Kosten: 5 €

Fahrtziele werden voraussichtlich u.a. Uslar, Dassel, Einbeck, Moringen, Volpriehausen und Hardegsen sein. Inhaltlich wird es u.a. um Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, für reichseigene Unternehmen und von Insassen eines Konzentrationslagers gehen. Unterwegs ist eine Kaffeepause vorgesehen. Bitte bringen Sie sich Ihre warmen Getränke mit; für Kuchen wird gesorgt. An einzelnen Stationen werden eventuell Wege zu Fuß zurückgelegt.

 

Mittwoch, 11. Januar 2017, 15.30 Uhr

Erzählcafé

Mein Großvater war SS-Mann in einem Konzentrationslager. Eine Familiengeschichte.

Mit: Daniel Manwire und Dr. Dietmar Sedlaczek. Moderation: Dr. Hartmut Wolter (Freie Altenarbeit Göttingen)

Ort: Gemeindehaus St. Paulus, Wilhelm-Weber-Str. 15, Göttingen

Was hat der Nationalsozialismus mit uns zu tun? Erinnern in der zweiten und dritten Generation in deutschen Familien. Auch wenn die historischen Ereignisse bereits mehr als 70 Jahre zurückliegen, wirken sie bis heute nach. Daniel Manwires Großvater war SS-Mann im Jugend-KZ Moringen und Dr. Dietmar Sedlaczek betreut in seiner Funktion als Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Anfragen aus der Enkel-Generation. Eher beiläufig erfuhr Daniel Manwire von der Geschichte seines Großvaters. Um Gewissheit zu erlangen, startete er eine aufwendige und langjährige historische Recherche. Die Familie kam zusammen, um das Ergebnis zu diskutieren und zu besprechen, wie damit umzugehen sei. So entstand der Wunsch, Kontakt zu den ehemaligen Häftlingen des Jugend-KZ Moringen aufzunehmen.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Freien Altenarbeit Göttingen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bündnis 27. Januar - Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“.

 

Dienstag, 17. Januar 2017, 18.15 Uhr

Nazi Occupation and the Holocaust in Ukraine. History and Memory.

Vortrag von Mikhail Tyaglyy, Ukrainian Center for Holocaust Studies

Einleitung und Moderation: Viola von Cramon.

Ort: Platz der Göttinger Sieben 5, Raum ZHG 007, 37073 Göttingen

Die Ukraine stellte ein wichtiges Zentrum jüdischen Lebens in Osteuropa dar. Im Jahr 1941 lebten auf dem heutigen ukrainischen Staatsgebiet 2,7 Millionen Juden. Die meisten von ihnen wurden während der nationalsozialistischen Besatzung der Jahre 1941-44 ermordet. In Deutschland ist über den Holocaust in der Ukraine allerdings nur wenig bekannt. Welche Bedeutung haben Orte wie z.B. Babyn Jar, Rawa-Ruska oder Schytomyr? Was wissen wir über die Opfer? Wer waren die Täter? Gab es nach dem Ende der Besatzungszeit jüdisches Leben in der Ukraine? Wie steht es um die Aufarbeitung des Holocaust heute und welche Bedeutung haben dabei zivilgesellschaftliche Initiativen? Antworten auf diese Fragen soll der Vortrag des Historikers Mikhail Tyaglyy vom Ukrainian Center for Holocaust Studies geben.

Die Veranstaltung wird gemeinsam von der KZ-Gedenkstätte Moringen, dem AStA der Georg-August-Universität Göttingen sowie dem Göttinger Arbeitskreis zur Ukraine durchgeführt Der Vortrag ist in englischer Sprache.

 

Samstag, 28. Januar 2017, 20.00 Uhr

Konzert zum Holocaustgedenktag

Die Grenzgänger

Und weil der Mensch ein Mensch ist. Lager – Lieder – Widerstand

Ort: Muthaus-Saal, Hardegsen

Eintritt: 10 Euro

Die Grenzgänger feiern den Mut und die Zivilcourage der vielen tausend Menschen, die sich gegen eine unmenschliche Diktatur wehrten. Sie singen und spielen Lieder und Texte aus den Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und dem Widerstand gegen das Hitler-Regime. Angefangen vom Lied der „Moorsoldaten“ bis zum „Buchenwaldlied“ führen die Lieder mitten hinein in die Gedanken und Gefühle der Gefangenen, zeigen ihren Überlebenswillen und sind Ausdruck einer humanitären Gesinnung. Arrangiert für Cello, Akkordeon und zwei Gitarren, mit Geschichten rund um die Lieder und ihre Verfasser.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Moringen in Kooperation mit der Initiative Kunst und Kultur Northeim e.V.